Auch der längste Weg geht einmal zu ende

Die Glocken werden zum läuten montiert

Für den Zieleinlauf sorgen die Mitarbeiter Ralf Stiebitz und Sven Hirche der Heidenauer Glockenläute- und Elektroanlagen GmbH.

Im Jahre 2000 gegründet, kann die Firma schon auf einige Reverenzen verweisen, so auf Arbeiten in Stollberg, Moritzburg und Dohna (siehe hier).

Auf die Frage, wie sie denn ihre Aufgabe beschreiben würden, antworteten beide: “Wir bringen die Glocken zum Läuten.“  Und damit ist eigentlich alles gesagt. Doch die tatsächliche Arbeit ist wesentlich umfangreicher, als es dieser kurze Satz vermuten lässt.
Der Glockenstuhl ist fertig – wir berichteten. Die Glocken stehen auf dem Boden. Nun muss sie jemand an der richtigen Stelle, mit der richtigen Technik und dem dazugehörigen Klöppel versehen so aufhängen, dass sie leicht und frei für lange Zeit schwingen können. Genau das tun die Beiden. Das ist keine leichte Aufgabe. Sieht man Ihnen mal für Augenblicke bei der Arbeit zu, kann man erkennen, dass die Männer gut aufeinander eingespielt sind. Da weiß jeder, was er zu tun hat. Schließlich hat man es hier nicht mit Leichtgewichten zu tun. Allein die größte der drei Glocken, die neue, wiegt über 600 kg. Die rückt man nicht mal eben so zur Seite.
Wenn die drei Glocken ihren Platz erhalten haben, wird ein Kollege den elektrotechnischen Part übernehmen, so dass das Geläut wieder erklingen kann, nur eben künftig dreistimmig und nicht mehr von Hand in Gang gesetzt. Das übernimmt ab jetzt die elektrische Anlage.
Sicher ist es eine schöne Aufgabe, Glocken zum Klingen zu bringen. Doch bei Dauerfrost und in einer zugigen Glockenstube freut man sich schon auch auf den Feierabend, um den durchgefrorenen Körper wieder aufzuwärmen. Fotos: Rolf Langhof

 

Hurraaaa… wir haben Strom

Schnelles Internet auch für Klinga

Mit diesen Worten erreichte uns am gestrigen Freitag eine Nachricht von Steffen Rostock, Chef des gleichnamigen Kommunikationsunternehmens aus Grimma. Während Großsteinberg bereits seit September 2017 (in Pomßen noch eher!) über einen Breitbandzugang zum Internet verfügt, mussten die Klingaer bis jetzt warten, weil es ein “Spitzenunternehmen” im “Hochtechnologieland Deutschland” bisher nicht geschafft hat, die Klingaer Anlage von Rostock mit Strom zu versorgen – Respekt.

Für alle, die es nicht wissen sollten: Klinga liegt nicht im Pamir oder in den Anden, sondern mitten in Deutschland, ist Ortsteil der Gemeinde Parthenstein im Landkreis Leipzig.

Nun ja, jetzt ist er also da und auch die betroffenen Klingaer Bürgerinnen und Bürger können dieses Angebot nutzen. Die Anlieger werden direkt angeschrieben, erhalten Vertragsangebote, um sich dann zu entscheiden. 
Achten Sie also auf Ihre Post. Nicht alles, was wie Werbung aussieht, ist nur Werbung.

Glockenstuhl nimmt Gestalt an

Glockenstuhl – Zimmererarbeit vom Feinsten

„Die paar Balken“, so mag vielleicht manch einer denken. Doch ganz so einfach ist es nicht. Schließlich sollte ja bei allem Umbau nicht noch der Dachreiter – das ist die spitze Tüte auf dem Turm – den Halt verlieren. Mächtige Balken, in der Turmwand verankert, tragen dieses Wahrzeichen. Der Glockenstuhl soll ja dann ohne Verbindung zu den Wänden die Glocken tragen. Das Mauerwerk wird dadurch nicht belastet. Immerhin werden es nunmehr wieder drei Glocken (6 dt mehr!) und sie werden nicht mehr von Hand geläutet. Diese Arbeit wird künftig elektrisch erledigt. Was ist das Besondere daran?
Mag sich ein Mensch (oder auch zwei) noch so anstrengen, er wird nie alle Glocken in gleiche Schwingungen versetzen können. Die Elektronik kann das aber und macht es auch. Bei einer in der Mauer verankerten Aufhängung käme nach und nach auch diese ins Schwingen. Und eines Tages sagt sie dann: „Ich kann nicht mehr“. Risse lassen nicht lange auf sich warten.
Wer einmal die Möglichkeit hat, einen Blick in die Glockenstube zu werfen und etwas für Holz übrig hat, dem wird warm ums Herz wenn er sieht, was für eine saubere Zimmererarbeit mit welch prächtigen Balken die Handwerker der Dahlener Firma Engel und Breitfeld in der letzten Zeit geleistet haben.
Wie wir in einem älteren Beitrag erwähnten, trafen wir dort bereits Matthias Engel und Thomas Schliemann an, bei unserem heutigen Besuch Engel allein. Wir durften ihm ein wenig auf die Finger schauen, erfuhren manch Wissenswertes und sahen einmal mehr, wie es zum Begriff „Handwerker“ gekommen ist.
An dieser Stelle dafür vielen Dank den Zimmerleuten.
Fotos: Rolf Langhof  

 

 

Unter lvz.de/grimma gefunden

Parthensteiner Bürgermeister Jürgen Kretschel zu Erreichtem und Vorhaben fürs neue Jahr
Während das benachbarte Naunhof aus internen Streitereien nicht herauskommt, konzentriert sich das mit der Stadt durch eine Verwaltungsgemeinschaft verbundene Parthenstein auf konstruktive Kommunalpolitik. Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) nennt im Interview konkrete Ziele.
| Artikel veröffentlicht: 29. Januar 2018 15:23 UhrDie Zusammenarbeit mit den Angestellten im Naunhofer Rathaus funktioniert zufriedenstellend“: Parthensteins Bürgermeister Jürgen Kretschel. Quelle: Andreas Röse

Parthenstein. Während das benachbarte Naunhof aus internen Streitereien nicht herauskommt, konzentriert sich das mit der Stadt durch eine Verwaltungsgemeinschaft verbundene Parthenstein auf konstruktive Kommunalpolitik. Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) nennt im Interview konkrete Ziele.

Frage: Naunhof blieb dieses Jahr ohne Etat. Hat das Auswirkungen auf Ihre Gemeinde?

Jürgen Kretschel: Nein. Die Zusammenarbeit mit den Angestellten im Naunhofer Rathaus funktioniert zufriedenstellend.

Normalerweise soll bis Dezember der Haushalt schon fürs nächste Jahr stehen. Ist das bei Ihnen der Fall?

Nein, aber die Liquidität ist jederzeit gegeben, die Pflichtaufgaben erfüllen wir. Auf die Füße fallen uns jedoch die hohen Gewerbesteuereinnahmen von 2017. Sie wirken sich aus auf eine höhere Kreisumlage und eine höhere Gewerbesteuerumlage an den Freistaat. Im Gegenzug verringern sich die Schlüsselzuweisungen vom Freistaat. Von den zwei Millionen Euro, die wir einnehmen, bleiben uns netto 300 000 Euro.

Hinsichtlich der Investitionen hatte sich die Gemeinde im alten Jahr zurückgehalten. Setzen Sie diese Politik fort?

Wir haben die Heizungsanlagen der Grundschule und der Grethener Kindertagesstätte erneuert. Das waren im Vergleich mit früher keine spektakulären Investitionen. Mir geht es jetzt mehr darum, das Geschaffene zu erhalten. Da haben wir ein großes Betätigungsfeld.

Wo liegt dieses Betätigungsfeld?

Zum Beispiel müssen wir die Sporthalle der Grundschule sanieren und im Speiseraum eine Schallschutzdecke einziehen. In den Kitas sind Schließ- und Brandmeldeanlagen zu erneuern. Sie erhalten 2018 Türschließer mit Einrastern an den Fluchttüren und Sirenen, denn die jetzigen sind nicht in allen Räumen zu hören.

Ist das alles an Vorhaben?

Über das Investpaket „Brücken in die Zukunft“ läuft unser größtes Projekt. Für 350 000 Euro wollen wir die Fassade der Grethener Kita sanieren, die noch keine Wärmeschutzdämmung hat. Außerdem gehen wir den zweiten Bauabschnitt am Sportlerheim Großsteinberg an. 2016 entstand der Neubau mit Sanitärräumen und Umkleide. Jetzt wird der Altbau in Schuss gebracht, der auch für private Feiern vermietet wird. Die Sanitärräume entsprechen nicht dem heutigen Standard.

Die Friedhofsmauer in Grethen ist desolat, zum Teil eingefallen. Gibt es dort Abhilfe?

Die Kirchgemeinde stellt einen Fördermittelantrag über das europäische Leader-Programm. Wir als politische Gemeinde müssten uns finanziell beteiligen, wie wir es 2015 bei der Friedhofsmauer in Klinga getan haben. Noch fehlen für Grethen aber die Planungen und die Zusage der Leader-Förderstelle.

Was darf die Feuerwehr 2018 erwarten?

Aus dem Löschfahrzeug für Klinga wird nichts, weil der Kreisbrandmeister ankündigte, dass für Parthenstein kein Geld zur Verfügung steht. Ohne Fördermittel ist es nicht finanzierbar, auch wenn die Anschaffung im Brandschutzbedarfsplan steht. Aber es gibt neue Atemschutzgeräte für alle vier Ortswehren.

Dieses Jahr forderte die Koalition aus CDU und FDP für Großsteinberg am See einen sicheren Übergang über die Staatsstraße 46. Was ist daraus geworden?

Voraussetzung für einen Übergang ist die Schaffung eines Gehwegs zwischen Ampelkreuzung und Bushaltestelle. Ich prüfte auftragsgemäß, ob die dafür nötigen Flächen zur Verfügung stehen. Drei der vier Grundstückseigentümer würden sie uns verkaufen, einer lehnte grundsätzlich ab. Das erschwert das Vorhaben, zumal über den Fußweg nur ein Teil der Einwohner sicher zur Bushaltestelle gebracht werden könnte. Über den Rest, die in Richtung Naunhof wohnen, haben wir da noch nicht mal gesprochen.

Also ist das Projekt abgeblasen?

Nein, die Fraktion bot an, sich unterstützend einzubringen. Das geschah noch nicht. Ich erhoffe mir Alternativvorschläge als Diskussionsvorlage im Gemeinderat.

Vor einem Jahr gab es noch große Probleme mit dem schnellen Internet in allen Ortsteilen außer Grethen. Wie sieht das jetzt aus?

Drahtlos DSL installierte in Großsteinberg, Pomßen und Klinga eine Funklösung und sicherte bis Jahresende 100 Megabit zu. Ich kenne zufriedene Kunden. Nur an wenigen Stellen gibt es noch Übertragungsschwierigkeiten.

Warum wählten Sie diese Lösung und haben nicht auf Glasfaserkabel gesetzt?

Das hätte mir zu lange gedauert. Ich wollte sofort einen schnellen Internetzugang, ihn brauchen vor allem Unternehmen. In der Perspektive ist Glasfaserkabel trotzdem alternativlos. Bedenken müssen wir aber, dass dann die Fußwege an 20 Kilometern Gemeindestraßen aufgerissen werden. Da sind jene an Staats- und Kreisstraßen noch nicht mal berücksichtigt.
Von Frank Pfeifer